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Warum ich mit Nationalstolz so überhaupt nichts anfange

Auf die Landschaft, Kultur oder Werte wie die Demokratie und Religionsfreiheit – auf Österreich kann man stolz sein, sagt Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP). Er präsentierte gemeinsam mit „Integrationsbotschaftern“ am Montag die neuen Kampagne „#stolzdrauf“, deren Ziel es ist, das Österreichbewusstsein zu stärken, sowohl bei Migranten als auch bei der Mehrheitsbevölkerung.

Ist es wirklich so wichtig und richtig auf seine Nation stolz zu sein? Mit Stolz assoziiere ich eigentlich eher Hochmut oder Überheblichkeit. Warum sollte ich stolz auf etwas sein, dass jemand anderer geleistet hat? Ich kann mich darüber freuen, ich kann es toll finden, aber warum sollte ich stolz auf mein Land sein? Zumal zum Thema Nationalstolz von Arthur Schopenhauer schon vor rund 200 Jahren alles gesagt wurde:

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“