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So funktioniert Social Media nicht (oder doch?)

Seit 26. Oktober ist er also online, der neue Facebook Auftritt von Werner Faymann. Mit Spannung habe ich erwartet, was auf der offiziellen Facebook-Seite des Bundeskanzlers der Republik Österreich passieren wird. Neben Werner Faymann soll dort auch ein Team von 9 Personen mit Statements, Fotos und Videos über die Aktivitäten Werner Faymanns in seiner Funktion als Bundeskanzler berichten. Heute ist der 31. Oktober, der Facebook Auftritt ist also seit 5 Tagen online und die ersten Statistiken sind eigentlich ernüchternd: Gerade einmal 3319 Fans haben sich mittels „gefällt mir“ als Freunde der Seite deklariert. Das wäre an sich noch kein Drama, kombiniert man diese Zahl aber noch mit den gerade einmal 11 Postings (!), welche ausschließlich durch ein Team aus 9 Personen verfasst wurden, dann muss man sich schon die Frage stellen „wozu das ganze“?

Nun stellt die Quantität der Postings nur ein Kriterium für einen guten Social Media Auftritt dar, weitere wichtige Faktoren sind Authentizität und „Ehrlichkeit“ im Sinne von wirklich persönlichen (oder zumindest persönlich wirkenden) Aussagen. Ein gutes Beispiel ist die Facebook Seite von Frank-Walter Steinmeier, auch dort glänzt man nicht mit Masse sondern mit passenden und regelmäßigen Beiträgen.

Was auf der Seite von Werner Faymann hingegen wirklich auffällt ist die teilweise sehr emotionelle und auch hasserfüllte Diskussionskultur, sehr oft an den geposteten Themen vorbei. Als Gründe dafür konnte ich im wesentlichen folgende Themenbereiche identifizieren:

  • fehlende Möglichkeit direkt auf der Wall der Seite zu posten, man kann seine Kommentare nur als Antwort auf ein Posting platzieren was zur Folge hat, dass es teilweise Postings mit 350 Antworten gibt welche aber komplett zerfleddert sind
  • nicht existierende Interaktion zwischen dem Kanzler und den Nutzern der Seite
  • sehr, sehr eingeschränkte Interaktion des 9 köpfigen Teams mit den Nutzern der Seite, man könnte auch von einer nicht existierenden Moderation sprechen. Klar, das ist auf einer Social Media Plattform ein zweischneidiges Schwert.
  • Fehlende Erklärung zu den kolportierten Kosten von EUR 180.000,- für den Social Media Auftritt im Ganzen. Eine Aufschlüsselung würde hier für mehr Transparenz sorgen.
Es macht für mich den Eindruck, dass Werner Faymann seine eigene Facebook Seite noch gar nicht zu Gesicht bekommen hat. Und das gefällt den Nutzern seiner Seite überhaupt nicht wie man an den dortigen Postings erkennen kann. Ob sich die Facebook Seite von Werner Faymann noch zum besseren wandeln kann? Ich habe keine Ahnung, aber ehrlich gesagt kein allzu gutes Gefühl.